#6 Die Macht der Angst

Vom natürlichen Instinkt zur Selbstfürsorge

15.10.2023 37 min

Zusammenfassung & Show Notes

Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern etwas zu tun, obwohl du Angst hast! 

Angst ist ein sinnvolles Gefühl, das uns schützt. Wenn die Angst jedoch außer Kontrolle gerät, dann lähmt sie und macht unfrei. Zwei von fünf Menschen in Deutschland leiden unter leichten Ängsten, jeder 10. wird im Alltag durch seine Angst stark eingeschränkt.

In der heutigen Episode erkläre ich euch was "Angst" eigentlich ist, welche Rolle das Hormon Adrenalin in unserem Körper bei Angst übernimmt und gebe ein paar Tipps, wie wir die Angst auch als Chancen sehen können!

Wir müssen und dürfen die Angst nicht unterdrücken . 

Folgt mir gerne und bewertet die Folge bitte.

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Transkript

Unperfekt, genau richtig. Dein Podcast zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Psychologie mit Jan Kuppa. Hey, herzlich willkommen zur neuen Folge Unperfekt, genau richtig. Ich freue mich, dass ihr da seid. Vielleicht haben wir auch ein paar neue Zuhörer. Das würde mich auch sehr freuen. Auf jeden Fall finde ich es super, dass ihr euch die Zeit nehmt, hier wieder reinzuhören. Und wir haben ja jetzt auch Mitte Oktober. So langsam ist das Wetter umgeschlagen in Richtung Herbst. Zumindest bei mir hier im südlichen Teil des Landes. Und ja, das ist ja eine schöne Jahreszeit, für mich zumindest. Die Blätter verfärben sich, man kann schön rausgehen, die Luft wird klarer. Das ist so, wie soll ich sagen, für mich persönlich so eine schöne Jahreszeit jetzt, auch um draußen aktiv zu sein. Das genieße ich richtig und die Natur dazu, die wunderbaren Farben. Ja, ich freue mich da richtig drauf. Für andere ist es natürlich auch der Herbst, der Einstieg in die sogenannte dunkle Jahreszeit. Weniger Sonnenlicht, die Nächte sind länger als die Tage. Und passender Übergang zu unserem Thema der heutigen Folge, Dunkelheit, dunkle Jahreszeit, Angst. In dem Fall die Macht der Angst. Ja, Selbstvertrauen oder auch Mut oder Unsicherheiten und Zweifel, all das zeigt uns ja auch, die Macht der Angst, die begleitet uns in ganz verschiedenen Formen eben durch unser Leben. Und in der heutigen Folge, ja, da tauchen wir sozusagen mal ein in die Welt der Ängste. Also auch so mal ein bisschen tiefer reinzuschauen, wie Erkunden, wie Angst uns antreiben und hemmen kann. Ja, wir schauen auch mal so ein bisschen, welche, wie soll ich sagen, welche biologischen und psychologischen Mechanismen dahinter stecken und wie wir eben auch diese Kräfte zu unserem Vorteil nutzen können. Sozusagen, ja, wie sage ich immer, Angst beginnt im Kopf, Mut aber auch. Und wenn ihr den Satz mal im Kopf behaltet, dann werdet ihr wahrscheinlich auch in der Folge besser verstehen, was ich damit meine. Aber erst mal zur Angst, später dann auch zum Mut. Ja, Ängste ist ein wichtiges Thema. Ich habe es ja schon gesagt. Und auch mich selbst hat Angst eine lange Zeit begleitet in meinem Leben. Also auch so begleitet, dass ich, ja, auch Einschränkungen in meinem Leben hatte. Und jeder Mensch hat Ängste. Mal mehr, mal weniger. Und eben mit der Angst, da gehen auch immer körperliche Reaktionen einher. Und da will ich jetzt auch mal drauf eingehen. Zumindest damit starten wir auch dann mal, was das genau ist. So, und wie schon gesagt, am Ende sage ich euch auch, wieso die Angst eine Chance sein kann. Die, die Thema Angststörungen, das ja auch eine anerkannte Krankheit ist und grundsätzlich Ängste, ist ganz weit verbreitet in unserer Gesellschaft. Ich habe vor Kurzem, ich glaube, war das in einem Buch von meiner Weiterbildung, ich glaube, da ging es um Ängste. Und ich glaube, jeder Fünfte in Deutschland hat zumindest öfter mit Ängsten zu tun. Und wenn wir mal ehrlich sind, wir alle kennen Ängste. Oder wir kennen Menschen, die vielleicht mit Ängsten zu kämpfen, zu tun haben in unserem Umfeld. Oder eben euch selber treiben Ängste als konstante Gefühle um. Aber mal grundsätzlich ist ja auch die Frage, bevor wir jetzt hier ein bisschen was quasi, welche körperlichen Reaktionen wir haben, reingehen, ist ja die Frage, warum haben wir eigentlich Angst? Wir könnten ja auch sagen, ja komm, nö, ich habe einfach niemals Angst. Geht nicht. Also im Grunde ist Angst ein natürliches Phänomen, es ist noch nicht mal ein Phänomen, es ist eine biologische Reaktion unseres Körpers, die gehört sozusagen zu unserer genetischen Grundausstattung. Angst hilft uns dabei, uns angesichts einer ernsten oder vielleicht sogar riskanten Situation aktiv zu schützen. Sozusagen Angst schützt uns. Angst ist eine emotionale Reaktion auf eine bevorstehende Bedrohung. So könnte man das zusammenfassen in einem Satz. Jetzt ist es natürlich ein bisschen anders, was eine Bedrohung ist. Das ist eine Bedrohung, das sieht jeder anders. Aber es ist eine Reaktion und indem sie uns bei Gefahr, also wenn wir Gefahr spüren, dann alarmiert uns und mobilisiert uns. Die Angst erfüllt somit eine wichtige Schutzfunktion. Also wir brauchen diesen Alarmzustand und dass wir eben auch mobilisiert sind. Das können wir ganz gut an einem Beispiel mal aufzeigen. Unsere guten alten Vorfahren, genau die, die damals in den Höhlen gelebt haben, die Jäger und Sammler, wie wir sie nennen wollen, so überlebten diese oder unsere Vorfahren eben am längsten. Diejenigen lebten am längsten, die in einer brenzligen Situation, also was könnte das sein, eine Begegnung mit einem wilden Raubtier oder was es da gab, wenn die das frühzeitig erkannt haben und dadurch angemessen reagieren konnten. Also da war dann quasi, ich muss jetzt hier überleben, hier kommt ein Raubtier. Also die Angst war da definitiv überlebenswichtig. In der heutigen Zeit, ja, da sehen wir uns auch mit Situationen konfrontiert, die uns Angst machen können. Vielleicht nicht unbedingt das Raubtier jetzt, kann natürlich auch sein, aber das sind vielleicht andere Ängste, nicht vielleicht, es sind andere Ängste. Also keine Ahnung, der Besuch beim Zahnarzt oder für andere das Reden vor großen Menschenmengen, aber auch finanzielle Sorgen oder auch klassische Zukunftsängste spielen ebenfalls eine große Rolle. Und ja, das sind vielleicht die Ängste der Neuzeit, wenn wir es mal so nennen wollen. Interessant ist auch, während ihr vor einem Abgrund, also hier ein Abgrund lauft, wenn ihr zum Beispiel in den Bergen seid und, keine Ahnung, mal ein bisschen hier die Berge hochklettert oder hochlauft, ist ja auch ganz schön, kann man auch im Herbst gut machen, ist auch sehr schön. Ja, auf jeden Fall, wenn wir in den Bergen jetzt mal als Beispiel sind und da mal auf einer großen Höhe sind und da mal runtergucken, das ist instinktiv, das wird ja auch zurückschrecken, wenn wir vor einem Abgrund stehen. Also ihr würdet nicht, ich sage einfach mal, drauf loslaufen, sondern ihr würdet instinktiv zurückschrecken und sagen, stopp, stopp, stopp, da gehe ich nicht weiter. Das sind instinktive Ängste, so ein Abgrund. Andere Ängste entwickeln sich erst durch Beobachtung sozusagen. Also zum Beispiel die Angst vor Mäusen oder Ratten, die ist zum Beispiel nicht angeboren. Das ist kein Instinkt, sondern das lernen wir im Laufe des Lebens. Das fängt schon im Kindesalter an oder das Baby auch schon. Du kommst ja nicht auf die Welt und hast Angst. Klar, es gibt die instinktiven Ängste, der besagte Abgrund, aber Mäuse und Ratten sind erstmal was Neutrales, das lernen wir. Und Angst kann natürlich auch, darüber hinaus, über die instinktiven und die vielleicht auch erlernten, kann Angst auch durch schwere körperliche Erkrankungen, durch Drogen und Medikamente hervorgerufen werden. Oder eben ganz klassisch, wie man so schön sagt, psychisch bedingt sein. Die psychischen Auslöser wären dann in dem Fall Lebenskrisen, soziale Belastungen oder auch Krankheiten wie Depressionen. Das mal so zu dem Thema, warum haben wir Angst. Angst selbst hat vier Erlebensebenen, so sagt man das in der Psychologie. Also es fängt das Emotionale an, also hier, wir fühlen eine Angst, eine Hilfslosigkeit. Danach kommt das Physiologische, was passiert in unserem Körper, da komme ich gleich dazu. Und dann auch das Kognitive, das ist der dritte Punkt, also sprich kognitiv, Gedanken, die Wahrnehmung, die Konzentration, Reize. Und am Ende das Verhalten, sprich Flucht. Also wenn wir es mal auf unsere tollen Vorfahren, die uns viel gebracht haben, wie wir wissen, mal runterbrechen, der gute Mann oder auch Frau ist da unterwegs, wo auch immer. Und dann sieht er auch die emotionale Angst, das Raubtier, das ist der erste Punkt. Daran knüpft sich die physiologische Komponente an, also sprich der Herzschlag wird erhöht, also er wird hier aktiv. Er braucht jetzt seine Kraft, seine ganzen Möglichkeiten seines Körpers. Gepaart wird es eben kognitiv mit, oh mein Gott, ich muss hier weg, Angst, also die Wahrnehmung. Und dann spiegelt er raus, oder kommt daraus das Verhalten, sprich Rennen, mein Freund, Rennen. Das ist mal so zum Thema, warum haben wir Angst? Das ist also eine natürliche biologische Reaktion unseres Körpers. Aber was haben wir so oft über den Körper gesprochen? Was geschieht denn da drin in unserem Körper, wenn wir Angst haben? Angesichts von Druck oder von Stress oder eben einfach nur im Augenblick, den wir als bedenklich wahrnehmen oder der uns verunsichert, schüttet unser Körper vermehrt Hormone aus. Und das wichtigste Hormon, was er ausschüttet, in dem Fall ist Adrenalin. Der Herzschlag und der Blutdruck steigen dann an, wenn wir Angst haben. Die Bronchien, also hier sprich Thema Atmung, erweitern sich und unser gesamter Stoffwechsel läuft beschleunigt ab. Also wir kennen das ja alle, wenn wir so ein bisschen Angst haben, Stress haben. Man wird kurzatmig. Das Herz schlägt buchstäblich bis zum Hals, sagen wir immer so schön. Oder manchmal verspüren wir auch den bezeichneten Kloß in der Kehle, Kloß im Hals oder sowas. Und doch genau diese Anzeichen, also genau das, was ich jetzt gesagt habe, die helfen uns dabei, eine Situation besser einzuschätzen und im Ernstfall eben auch die richtige Entscheidung zu treffen. Also ist Angst ebenso ein wichtiges Warnsignal unseres gesamten Organismus, wie zum Beispiel Schmerz, da sie uns zur Vorsicht mahnt. Also wenn ich als Kind, hoffentlich als Kind, nicht mehr als Erwachsener, zum Ofen renne und an die heiße Herdplatte lange, da sagt uns unser Organismus schon, das machst du nur einmal. Also die Angst, der Schmerz in dem Fall, der mahnt uns dann zur Vorsicht. Und hätten wir diese körperlichen Symptome nicht, da würden wir ungewollt in alle gefährlichen Situationen geraten und permanent quasi unseren Körper schädigen, bis hin zum Tod, sage ich mal. Und diese ganzen Vorgänge im Körper hat ein amerikanischer Physiologe, kein Psychologe, ein Physiologe, Walter Cannon, hat diesen Begriff, oder da gibt es einen Begriff, den er geprägt hat, das ist die Fight-or-Flight-Reaction, also sprich wortwörtlich übersetzt Kampf oder Flucht. Und das ist der Schutzreflex, den es sehr gut bezeichnet, den auch unsere Vorfahren hatten und den auch wir heute noch so fühlen. Also unser Körper kennt den Unterschied nicht, der Körper weiß nicht, dass er jetzt nicht in Lebensgefahr ist, sondern die ganzen Reaktionen, die ich genannt habe, Herzschlag, Blutdruck, Stoffwechsel, all das, das weiß der Körper nicht, dass er das eigentlich gar nicht braucht, weil wir in gar keiner so großen Angst sind, zumindest selten, wir sind selten in Lebensgefahr. So und das ist eben der Begriff Fight-or-Flight, diese Kampf- oder Fluchtbezeichnung. Ich habe schon gesagt, die große oder eine der größten Rollen bei Angst spielt das Hormon Adrenalin. Und wir müssen, um die Angst besser zu verstehen, auch Adrenalin definitiv erstmal ganz kurz anschneiden, damit wir wissen, was Adrenalin ist und warum es so wichtig ist. Wir alle kennen Adrenalin, zumindest das Wort, aber die Frage ist, wisst ihr, was Adrenalin eigentlich mit unserem Körper machen kann und warum es nicht so gut ist, wenn wir dauerhaft Adrenalin haben. Denn ich habe es gesagt, es ist ein Hormon und bei körperlicher und seelischer Belastung wird Adrenalin, also das Hormon, in unser Blut ausgeschüttet. Das ist erstmal völlig normal, das ist völlig gut so. Der Körper wird sozusagen in einen Alarmzustand versetzt. Deswegen nennen wir Adrenalin auch Stresshormon. Und jetzt sage ich euch mal, was Adrenalin in unserem Körper als Hormon macht, das ist extrem. Das Adrenalin sorgt dafür, dass unsere Muskeln und unser Gehirn möglichst viel Energie zur Verfügung stehen. Ich habe es euch ja vorhin gesagt, unsere Vorfahren, der gute alte Mann, ich nenne ihn jetzt mal Mann, weil ich auch ein Mann bin, steht hier vor einem Raubtier, also sprich viel Energie. Adrenalin verursacht deshalb eben auch eine Steigerung der Herzfrequenz, der Blutdruck steigt, ich habe es euch schon gesagt, Bronchien werden erweitert und eben alle Energiereserven, die der Körper hat, und den betreibt er auch in dem Fall bei Adrenalinausschüttung durch Fettabbau und er setzt auch oder er bedingt auch die Freisetzung und die Biosynthese von Glucose, also sprich Zucker. Also kurzum, der Körper wird in einen extremen, wirklich extremen Alarmmodus versetzt. Wir haben alle Energien, die wir brauchen, wir könnten quasi losrennen, ihr kennt das ja, die Pupillen erweitern sich, wenn wir Angst haben, ja da sind wir voller, da können wir extreme Leistungen abrufen. Es reguliert auch die Durchblutung von der Magen-Darm-Tätigkeit, also die Atemwege werden erweitert, dass wir eben auch viel mehr Sauerstoff haben, dass wir richtig loslegen können. Und wie schon gesagt, mehr Schweiß wird dann eben auch, Schweiß habe ich gar nicht gesagt, Entschuldigung, die Pupillen erweitern sich und dadurch wird auch logischerweise dann mehr Energie freigesetzt und wir schwitzen dann auch mehr. Wenn wir das mal alles zusammenfassen, der Körper wird auf Flucht und Kampf vorbereitet und jetzt kommt der Punkt, die nicht relevanten Organe bekommen weniger Aufmerksamkeit, um eben auch dort Energie zu sparen. Nach kurzer Zeit, im Normalfall, baut sich das Adrenalin dann wieder ab, aber wenn diese Stressbelastung im Körper länger andauert, dann kann es eben auch durch diese erhöhte Adrenalinausschüttung zum klassischen Problem kommen, das wir in unserer Zeit heute haben, erhöhter Blutdruck und Überbelastung des Herzen. Und eben dadurch kommen dann auch die Abwehrkräfte nicht mehr mit. Und dann haben wir hier einen Kreislauf und das ist nur das Körperliche. Wenn wir halt in so einen Kreislauf sind, kommen natürlich auch intensive Gefühle, die besagten Ängste werden eben von diesen erwähnten körperlichen Reaktionen noch begleitet. Also gerade Menschen, die zum Beispiel eine Angststörung haben, die werden dadurch noch mehr verunsichert und glauben, dass diese körperliche Veränderung, dass sie die gar nicht ertragen können. Und sie fürchten sich dann sozusagen, dass es sich um Hinweise für eine richtige körperliche Erkrankung handelt. Die können gar nicht mehr unterscheiden, warum habe ich denn jetzt so einen Bluthochdruck? Warum geht es mir nicht gut? Warum bin ich daran krank? Stimmt was nicht? Ne, das ist die Angst, das Adrenalin. Und daraus resultiert Stress. Und das verstärkt diesen ganzen Kreislauf. Das ist furchtbar. Und dann entstehen diese, vielleicht habt ihr es schon mal gehört, diese Panikattacken. Es ist ein furchtbarer Kreislauf für Leute, die schon mal eine Panikattacke hatten, die wissen, wovon ich rede. Aber auch da muss ich wieder sagen, Adrenalin ist eine wichtige und natürliche Reaktion vom Körper auf stressige Situationen. Und im Normalfall ist es auch nicht schädlich. Es ist natürlich alles wie immer, die Dosis macht das Gift. Und ich habe es ja schon gesagt, in normalen Situationen passiert da nicht viel. Das Adrenalin wird schnell abgebaut. Wenn ihr vor etwas Angst habt, bleibt es im Regelfall auch nicht lange. Es sei denn, ihr habt vielleicht dann auch mehr Ängste, vielleicht auch mit dauerhaften Ängsten zu tun, dann wird es auch für den Körper schädlich. Das war bei mir nicht anders. Der nächste Punkt bzw. die nächste Frage, die wir uns stellen oder die ich mir dann stellen würde, ist, was kann denn Angstgefühle auslösen? Denn oft sind es diese ganz alltäglichen Begleitumstände, die uns ja so extrem fordern. Oder auch, sprich, wir haben so viel zu tun und wir müssen das erledigen und das erledigen. Allein das kann schon bei manchen Menschen Angstgefühle auslösen. Oder die aktuellen Geschehnissen. Ich brauche mir ja nur einen Fernseher anmachen oder ins Internet gehen. Vor ein paar Jahren die Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg, jetzt der Israel-Krieg bzw. der Konflikt. Ich will es noch gar nicht so groß machen. Das kann schon Angst auslösen, dass man einfach gar nicht mehr weiß, wo leben wir eigentlich. Jeder von uns kann ganz individuelle Ursachen nennen, die einem Angst machen. Mir macht andere Dinge Angst als euch, da der Alltag von uns sehr unterschiedlich ist. Und natürlich auch die Erfahrungen, die wir in unserem Leben gemacht haben. Auch die prägen uns und können daher zu Angst führen. Das Thema innere Unruhe. Habt ihr vielleicht schon mal gehört? So eine innere Unruhe haben übrigens ganz, ganz viele Menschen und oft wissen sie gar nicht, warum. Angstgefühle, wie gesagt, ich habe es euch schon angeschnitten, können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Die genannten sind eben auch nur ein kurzer Anriss. Jeder ist individuell. Wenn ihr euch Sorgen um eure Zukunft macht, auch das kann Angst auslösen. Oder wenn ihr krank seid, oder ihr habt Angst vor Krankheiten, sowas. Auch die Politik kann Angst machen. Terror und so weiter. Klimawandel. Also ich könnte jetzt noch weiter reden. Ihr wisst ja, was ich meine. Die Ängste sind verschieden. Und somit sind Ängste oder ist Angst auch eine individuelle Reaktion auf die Lebensumstände. Und daraus resultieren eben auch die klassischen Angsterkrankungen. Soziale Ängste, Panikattacken, Phobien. Also z.B. die Angst, also eine Phobie ist eine Angst vor bestimmten Dingen oder bestimmten Situationen. Also z.B. die Agoraphobie. Das ist diese klassische, wie wir schon mal gehört haben, die Platzangst. Oder manche Menschen leiden aufgrund von einschneidenden Erlebnissen oder posttraumatischen Belastungsstörungen leiden darunter. Auch das sind Ängste. Und diese Erinnerungen an diese Situationen suchen die immer wieder heim. Das sind extreme Ängste. Und es gibt dann noch die generalisierte Angststörung. Also sprich Angstgefühle, die dauerhaft sind. Die mindestens sechs Monate und natürlich auch länger anhalten. Das Thema Angsterkrankungen ist extrem wichtig. Ich will es aber gar nicht so tief machen, weil da könnte ich mir auch ein eigenes Thema für eine Folge vorstellen. Welche Form der Angst gibt es? Könnt ihr gerne mal die wunderbare Feedbackfunktion meines Podcasts nutzen, je nachdem wo ihr hört oder eine E-Mail schicken, wenn euch das interessiert. Oder auch kurze Werbung. Oder auch ihr könnt mir gerne mal ein Thema schicken, was euch interessiert. Jetzt haben wir auch rausgefunden, was Angstgefühle auslösen können. Das ist sehr individuell. Und was kann ich nun machen, damit die Angst weggeht? Beziehungsweise weggehen wird sie nicht, denn Angst ist was Normales und auch was Gutes. Aber wie kann ich sie denn überwinden? Normalerweise leiden Betroffene unserer leichten bis mäßig ausgeprägten Ängsten. In solchen Fällen reichen eben oft so einfache Selbsthilfemaßnahmen, auf die ich jetzt komme. Wichtig ist, dass Angst was Normales ist und dass wir es akzeptieren und verstehen können. Ein wichtiger Schritt, um Angst zu überwinden oder sie anzunehmen, ist genau das zu tun. Wir müssen die Angst annehmen. Also Gefühle zulassen und auch den Moment mal zu akzeptieren. Ja, ich habe jetzt Angst. Angst ist nichts Gefährliches, denn Angst will uns schützen. Wir müssen sie nicht bekämpfen. Es ist ein natürlicher Teil von uns selber und wir können Angst kontrollieren. Wir sind der Angst nicht hilflos ausgeliefert. Und wenn ihr euch das bewusst macht und das ein bisschen übt, dann stärkt euer Selbstbewusstsein enorm. Aber auch das, wie so viele Dinge, benötigt Zeit und das Thema kleine Schritte. Also keine Selbstvorwürfe machen, das ist kontraproduktiv. Sondern es ist quasi besser zu sagen, okay, es ist gut, ich habe Angst, ich akzeptiere das jetzt, ich halte das auch aus. Und da brauchen wir uns nicht zu schämen. Natürlich könnt ihr euch auch hinterfragen, warum habe ich Angst? Also woher kommt die Angst? Und ich weiß, es ist ein etwas kontroverses Thema. Man könnte oder man sollte auch die Konfrontation suchen, auch wenn das schwerfällt. Wer Angst überwinden will, der sollte sich ihr stellen. Da bin ich fest davon überzeugt. Natürlich könnte man jetzt auf Flugangst kommen und zum Beispiel, als Beispiel, soll ich mich in den Flieger reinsetzen, wenn ich so eine Panik habe? Kleine Schritte. Aber die Konfrontation, die wirkt. Also sprich, anstatt so eine Angstauslösungssituation zu meiden, sollte man sie bewusst, also wirklich bewusst aufsuchen. Es gibt Menschen, die haben eine Telefonphobie, tatsächlich. Und da muss man mal rangehen und sagen, okay, wenn ich was dagegen tun möchte, dann sollte ich vielleicht auch bei jeder Gelegenheit dann gucken, zum Hörer zu greifen. Also diese Angst gibt es wirklich. Aber es ist auch eine Herausforderung, Angst zuzulassen und eben auszuhalten. Und das ist nicht einfach. Und eben, wie gesagt, etappenweise vorgehen. Denn kleine Erfolge stärken auch unser Selbstvertrauen. Und so kann man dann den Schritt Angst für Angst abbauen. Was mir bei Angst extrem hilft, Bewegung. Frische Luft, also regelmäßige sportliche Einheiten, sozusagen. Das ist psychologisch belegt. Die wirken sich nicht nur positiv auf den Körper aus, sondern auch auf die Psyche. Sport und Bewegung können mentalen Erkrankungen wie Depressionen und Panikstörungen nachweislich entgegenwirken. Gerade der Ausdauersport hat sich da extrem als hilfreich beim Thema Angstverwältigung erwiesen. Denn Experten sagen auch, Bewegungen lösen nicht nur körperliche Anspannungen, sondern können auch Angstreaktionen langfristig reduzieren. Das kann ich nur bestätigen. Hat mir extrem geholfen. Und hilft mir auch heute noch. Ich muss was trinken, es ist mal wieder soweit, Moment. So, genau, Bewegung. Und natürlich neben dem Sport gesunder Lebensstil und ausreichend Schlaf. Schlaf ist auch sowas, was extrem wichtig ist. Oder auch Ernährung. Auch das hilft, die Angst zu verringern. Es gibt auch noch Entspannungs- und Atemübungen. Habe ich auch schon probiert, muss ich sagen. Also zumindest die Atemübungen. Da Angst mit einer starken körperlichen Anspannung einhergeht, ist es für diese Menschen gerade extrem wichtig, zu entspannen. Diese Angst zu fühlen auch runterzufahren. Und bei akuter Angst können eben genau diese Entspannungsverfahren, beziehungsweise die Entspannungsverfahren, diese Symptome, also Herzrasen und Schwitzen, zu reduzieren. Also zum Beispiel für mich, was ich gelernt hatte, war, wenn ich Angst hatte, wenn ich auch körperliche Reaktionen hatte und ich zum Beispiel zu Hause auf der Couch saß, habe ich die Augen geschlossen und habe mir dann, ich weiß gar nicht, wie viele Punkte es waren, aber ich habe dann angefangen mit, was höre ich jetzt gerade? Ich habe da mal drei Dinge genannt. Also mein Atem, Autos oder auch, wenn Musik an war, Musik. So, als nächster Punkt, was fühle ich gerade? Also wirklich fühle, körperlich. Meine Hände, die auf meinen Beinen liegen. Ich spüre meinen Atem. Und als nächster Punkt, was hören, fühlen, was schmecke ich gerade? Also quasi, ich lenkte mich damit ab, mit all diesen Fragen. Und es hat super mir geholfen. Nur so als kleiner Tipp. Weitere kleinere Tipps wären eben, wie schon kurz angeschnitten, der Einfluss von Ernährung und auch der Lebensstil. Also auch das ist nachgewiesen, dass Angstzustände können von der Ernährung oder vom Lebensstil begünstigt werden. Also wenn zum Beispiel ein Mangel an bestimmten Nährstoffen vorliegt, kann das zu Problematik mit unseren Neurotransmittern führen. Und die Neurotransmitter im Gehirn sind extrem wichtig, was Ängste angeht. Also sprich zum Beispiel Weißmehl oder auch der klassische Industriezucker, die tun uns nicht gut. Nicht nur körperlich, sondern die können auch Angstzustände begünstigen. Das ist auch nachgewiesen. Der Lebensstil, auch das. Also sprich, hat enorme Auswirkungen. Thema Schlaf, unregelmäßige Mahlzeiten. Also sprich, schlaft genug, habt genug, habt einfach regelmäßige Mahlzeiten. Oder auch Stress. Auch Stress beeinflusst den Hormonhaushalt enorm. Und wenn ich sage Hormonhaushalt, Adrenalin ist ein Hormon. Also was ich damit sagen will, es gibt ganz viele Faktoren, die wir quasi an oder wo wir ansetzen können, um Angst einfach auch ein bisschen nicht zu begünstigen. Nehmen wir es mal so. Und da hilft eben auch, mal zu schauen, wie ernähre ich mich denn? Oder was für Routinen habe ich denn im Leben? Die helfen nicht nur bei Angst. Eine gute Ernährung hilft auch grundsätzlich. Oder genug Schlaf hilft auch nicht bei Angst. Das hilft grundsätzlich, um sich besser zu fühlen. Natürlich, wenn es extremer wird, kann man auch, also wenn die Angst wirklich das Leben bestimmt, dann helfen diese Dinge natürlich auch. Aber das ist dann nicht mehr so einfach. Dann sollte man schon zum Thema Psychotherapie oder auch zur Hypnose greifen. Hypnose kann ich auch sehr empfehlen. Also zumindest bei mir hat Hypnose funktioniert. Habe ich vorher nie gedacht. Ich war sehr skeptisch, als ich da war. Aber es hat funktioniert. Aber das will ich jetzt gar nicht ausführen, sonst würde ich mich ja nicht langweilen. So, ich habe es am Anfang gesagt. Angst beginnt im Kopf, Mut auch. Es gibt auch positive Angst, tatsächlich. Die kennt ihr auch alle. Denn, wenn wir die Angst bewusst suchen, also der klassische Nervenkitzel, den ihr alle kennt, ist es was Positives. Also Thema Erlebnisparks. Die Erlebnisparks funktionieren mit dem Adrenalin. Die bauen darauf auf. Die Fahrt mit der Achterbahn, der Weg durchs Geisterhaus. Alles Möglichkeiten, um Angst in einem gesicherten Rahmen zu erleben, sozusagen. Und psychologisch betrachtet ist es letztendlich ein lustvolles Erlebnis, weil es sich somit um das Gefühl der Bewältigung einer aufregenden Gefahrensituation handelt. So wird es klassisch beschrieben. Also, psychologisch betrachtet handelt es sich dann, wenn ihr in so einen Erlebnispark geht, wenn ihr quasi den Nervenkitzel füllt, um das Gefühl der Bewältigung einer aufregenden Gefahrensituation. So, und das bestärkt uns eben auch, weil wir positive Emotionen erleben. Wenn wir so die Achterbahn runterfahren, also ich bin kein Fan von Achterbahnen, aber ich denke, einige mögen das. Das sind positive Emotionen. Und dieses ständige Hin und Her zwischen Anspannung und Entspannung, das lieben Menschen. Achterbahn hoch, runter und wow. Also ist das ein Beispiel von positiver Angst. Ein anderes Beispiel ist, wie ich schon erwähnt habe eingangs, wir können die Angst auch zu unserem Vorteil nutzen. Angst kann eine Chance sein. Jeder hat Angst, ich habe es gesagt. Und ihr könntet euch auch mal fragen, was habt ihr denn für Ängste? Also, sprich, es müssen ja nicht immer die riesigen Ängste sein, sondern auch mal eine Angst, deine Gefühle zu äußern. Oder Angst vor einem bestimmten Gespräch. Sage es ihr, sage es ihr nicht. Oder Angst da oder hier hinzugehen. Oder sich dort und hier anzumelden. Einfach Angst, Dinge anzusprechen, eine Meinung zu sagen. Das ist alles okay. Und wir sollten uns, auch das habe ich schon gesagt, niemals verurteilen. Ich weiß, wir sind alle, vielleicht nicht alle, aber einige sind so aufgewachsen, gerade Männer in meinem Alter, wenn wir klein waren. Hier, ein Mann kennt kein Indianerherz, kennt keinen Schmerz. Von wegen, du darfst nicht Angst haben, sei stark. Aber das ist Unsinn. Du bist ein Mensch und Angst ist völlig natürlich. Und ich persönlich stelle mir dann oft die Frage, was möchte mir denn die Situation, also die Angst gerade sagen. Denn oft sagt sie mir eine Kleinigkeit, das sind jetzt hier keine lebensverändernden Sätze, aber ich fühle, dass mir was nicht gut tut. Pass jetzt auf deinen Körper auf, ernähre dich vielleicht ein bisschen besser. Aber allein die Frage, was möchte mir die Angst sagen, die ändert so viel. Denn mit der Frage nehme ich die Angst an. Ich akzeptiere sie und ja, ich sehe sie sogar als Chance. Für mich persönlich ist es der klassische Game Changer. Was möchte mir die Angst sagen? Ich mache die Tür auf und sage, hey komm rein. Cool, dass du da bist. Aber oft lassen wir die Angst gar nicht rein. Wir ignorieren sie, wir hören nicht hin, wir verdrängen sie mit Ablenkung. Die Ablenkung kann Alkohol sein, die kann eine Party sein, eine Netflix-Serie oder auch stundenlang am Handy sitzen. Aber ich mag die Angst mittlerweile, tatsächlich. Ich sehe das für mich persönlich als Chance. Ich sage mir, okay, danke für den Hinweis, aber ich gehe trotzdem in diese Situation rein. Das ist nicht einfach, um Gottes Willen, das will ich gar nicht jetzt hier als Pauschal sagen. Ja, voll easy. Aber nein, ich nutze es als Chance und vielleicht könnt ihr das auch, kannst du das auch. Stell dir mal die Frage, was möchte die Angst dir sagen. Nimm sie mal an und danach fühlst du dich besser. Mut trotz Angst ist immer eine Chance. Und man kann es auch als Challenge nutzen, die Angst. Also gerade beim Thema, wenn ich mein Leben betrachte, was ich noch erreichen will oder auch beim Sport. Denn den Ängsten, denen wir uns nicht stellen, die werden immer unsere Grenzen bleiben. Den Ängsten, denen wir uns nicht stellen, werden immer unsere Grenzen bleiben. Ich für mich habe erkannt, dass ich Angst annehmen darf, dass sie natürlich ist und dass ich Angst als Chance sehen kann, neue Wege zu gehen und auch mich selbst besser kennenzulernen. Und deswegen würde ich mich sehr freuen, wenn es euch auch was bringt, wenn ihr euch auch vielleicht aus dieser Folge jetzt ein paar positive Dinge rausnehmen könnt oder vielleicht auch die Angst, dass ihr es ein bisschen positiver seht und sagt, hey, es ist doch okay, Angst zu haben. Das dürfen wir und das sollten wir auch, denn sie tut uns in den meisten Fällen gut. Und Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern etwas zu tun, obwohl du Angst hast. Und auch mutige Menschen haben Angst, vergiss das nicht. Und ich bin eben der Meinung, gerade weil wir Angst haben, können wir auch mutig sein. Denn Angst und Mut gehören für mich zusammen. So, jetzt sind wir schon wieder am Ende. Wow, ging wieder ruckzuck, für mich zumindest. Ich bedanke mich für euch. Mein Gott, ihr seht es, ich habe zu viel geredet. Ich bedanke mich, dass ihr zugehört habt. Ich wünsche euch eine super tolle Woche und ich hoffe, wie ich schon gesagt habe, dass ihr vielleicht etwas Positives, interessante Punkte oder auch einfach ein gutes Gefühl aus dieser Folge mit rausnehmen könnt. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir folgen würdet, wo auch immer. Ich bin auf Instagram, ich bin auf TikTok, Facebook, YouTube. Ich brauche ganz viele Abonnenten, ganz viele Likes, damit mein Podcast weiter rausgeht in die Welt. Das wäre super. Ist nicht so einfach, aber es macht mir Spaß und ich hoffe, euch macht es auch Spaß. Ich würde mich freuen, wenn ihr zur nächsten Folge wieder dabei seid und wünsche euch alles, alles Gute. Habt eine gute Woche. Bis dann. Ciao, ciao. Untertitel der Amara.org-Community

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