#11 Veränderung beginnt im Kopf!

Wie wir die Vergangenheit überwinden können

19.11.2023 36 min

Zusammenfassung & Show Notes

 Wo bist du gerade mit deinen Gedanken? Bist du wirklich vollkommen präsent im gegenwärtigen Augenblick? Oder hängt dein Verstand vielleicht in der Vergangenheit und in „was wäre, wenn…“ bzw. „hätte ich doch lieber…“-Schleifen fest?

Ganze 47% der Zeit, in der du eigentlich „wach“ bist, verbringst du in einem Zustand, in dem du unbewusst Gedanken weiterverfolgst. In dem du über Dinge, Erfahrungen, Erlebnisse oder Fragen nachdenkst oder grübelst, die überhaupt nichts mit dem Hier und Jetzt zu tun haben. Welche konkreten Inhalte bei diesem Mind Wandering (also bei dem Abwandern deines Geistes) nach oben kommen, kannst du kaum willentlich beeinflussen. 

Ich habe mir viele Gedanken darüber gemacht, warum wir so schlecht Frieden mit der Vergangenheit abschließen können.

Vielleicht bist du in genau so einer Situation: Du willst endlich mit der Vergangenheit abschließen. Stattdessen drehen sich deine die Gedanken immer und immer wieder um die Vergangenheit. Ich will dir meine Tipps nennen, welche mir helfen, wenn ich mal wieder zu sehr mit meiner Vergangenheit beschäftigt bin.

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Transkript

Unperfekt, genau richtig. Dein Podcast zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Psychologie mit Jan Kuppa. So, hi! In fünf Wochen ist Weihnachten. So gehe ich rein in die neue Episode mit dem Reminder, bald ist Weihnachten. Allerdings nicht, weil ich so ein großer Weihnachtsfan bin. Ich mag Weihnachten, aber ich bin jetzt nicht der überaus große Weihnachtsfan, sondern die Zeit vor Weihnachten, die verbringen ja viele Menschen auch damit, neben den vielen Besuchen auf dem Weihnachtsmarkt und Geschenke kaufen, Plätzchen essen, auch damit auch mal ein bisschen in sich zu gehen, das Jahre wie passieren zu lassen und vielleicht oder oft auch ein bisschen in der Vergangenheit nicht zu kramen, sondern man schweift dann ab in die Vergangenheit, in die Zukunft. Und ja, ich möchte auch die Zeit, die wir aktuell haben, nutzen, um eben mal das Thema Vergangenheit ein bisschen anders zu betrachten. Die Vergangenheit ist vergangen, das sagt ja auch das Wort. Allerdings ist es ja auch öfter mal so, vielleicht gibst du hin und wieder Kleidungsstücke oder anderes Zeug ab, verkaufst, was du nicht mehr benötigst, was ja sehr gut ist. Manchmal allerdings reicht es gar nicht aus, sich von den materiellen Dingen zu trennen. Wir müssen uns manchmal auch von schmerzhaften Erlebnissen oder negativen Erfahrungen trennen. Denn erst, wenn wir unsere Vergangenheit loslassen, können wir dann auch neues Glück finden. Und das war auch lange Zeit für mich ein großes Problem, denn es ist nicht ganz so einfach, das Ganze so hinter sich zu lassen. Die Vergangenheit, in vielen Fällen kleben wir quasi an unserer Vergangenheit, mehr als uns gut tut. Aber spätestens dann, wenn sich diese Gedanken an Vergangenheit immer wieder aufkommen oder auch sich davon abhalten, Entscheidungen für deine Zukunft zu treffen, dann sollten auch bei dir vielleicht die Alarmglocken schrillen. Und oft, oder vielleicht kommt es dir auch manchmal so vor, dass du rückwärtsgewandt lebst. Entweder sind wir in der Vergangenheit, wir denken an Dinge, die waren, oder wir sind in der Zukunft. Wir sind ganz selten im Moment. Und deswegen wollen wir uns heute oder will ich heute mal das Thema Vergangenheit überwinden, aufgreifen, weil es für mich auch ein Thema ist, mit dem ich immer wieder konfrontiert werde in meinem Leben. Und so war es auch die letzte Woche. Denn einige Dinge möchte ich ändern, einige Dinge werde ich ändern. Und da ist mir wieder aufgefallen, dass Veränderung im Kopf beginnt. Und ich möchte diese Episode auch damit anfangen. Leider Gottes mache ich es noch nicht mit Video, sonst könnte ich es euch zeigen. Ich will mit einer Studie anfangen, richtig langweilig, die aufzeigt, dass das Glück im gegenwärtigen Augenblick liegt. Ich finde sie sehr beeindruckend, diese Studie. Die ist vom Psychologen Matthew Killingsworth und der und seine Kollegen von der Harvard University. Ich tue die Studie verlinken. Könnt ihr euch dann anschauen, wenn ihr möchtet. Letztendlich war das Ziel der Kollegen, die Zufriedenheit und die gedankliche Präsenz von Personen während des Tages zu ermitteln und damit auch vorhandene Zusammenhänge mit der Zufriedenheit der Personen aufzudecken. Dafür wurden dann 2250 Teilnehmer im Laufe ihres Alltags per Zufallsgenerator, per App kontaktiert und befragt, in welchem Bewusstseinszustand sie sich gerade befinden. Mit Bewusstzustand ist folgendes gemeint. Entweder, also A, ihre Menschen oder die Studis, die Studienteilnehmer, also nochmal, jetzt bin ich rausgekommen. Also, in der Studie ging es eben darum, den Bewusstseinszustand der Teilnehmer zu ermitteln. Und mit Bewusstseinszustand sind zwei Optionen gemeint. Option 1, die Teilnehmer gehen gerade ihren Gedanken nach. Das heißt, sie schweifen quasi von dem ab, was sie tun, ohne sich bewusst zu sein, woran sie denken. Also, das nennt man im Fachjargon Mind-Wandering. Ziemlich cooler Begriff. Oder aber sie sind völlig auf ihre Tätigkeit, die sie momentan machen, fokussiert. Das waren die zwei Optionen. Und außerdem haben die beiden Forscher die Probanden auch noch einschätzen lassen, wie niedrig bzw. wie hoch ihr Glücks- bzw. Zufriedenheitsgefühl in dem Augenblick war. Also, in dem Moment, was sie gerade gemacht haben. So, herausgekommen sind zwei spannende Ergebnisse. Erstens, fast die Hälfte der Zeit waren diese Menschen in dem besagten Mind-Wandering-Modus. Also, sprich, sie waren am Abschweifen, im Grunde in geistiger Abwesenheit. Also, quasi ganze 47 Prozent haben diese Menschen in dem Zustand verbracht, in dem sie unbewusst Gedanken weiterverfolgt haben. Und die anderen Studienergebnisse möchte ich jetzt hier nicht aufgreifen, weil das wird das Ganze ein bisschen ausschweifen lassen. Was ich damit aber auch sagen will, ist, dass wir eine Menge unserer Gedanken, unserer Zeit am Tag gar nicht im Moment sind und eben oft in der Vergangenheit. Das liegt oftmals daran, dass wir eben auch, ja, warum sind wir in der Vergangenheit? Wir haben schmerzhafte Erfahrungen, die uns nachhängen. Zum Beispiel nach einer schmerzhaften Trennung kann es schwer sein, eine neue Beziehung einzugehen. Oder auch eine einfache, fiese Kritik auf der Arbeit kann uns auf Dauer auch gewisse Ängste, zum Beispiel eine Angst vor einer Präsentation einjagen. Erinnerungen an Zurückweisungen durch Menschen kann uns lange prägen. Auch unbedachte, scheinbar belanglose Worte unseres Partners oder Partnerinnen können uns beschäftigen oder auch in den Schlaf bringen, weil man eben oft in dem Moment zurückgeht. Und jeder von uns wurde schon mal verletzt oder hat bereits eine große Enttäuschung durchgemacht. Aber vielen Menschen fällt es eben schwer, in der Vergangenheit auch abzuschließen. Und sie leben dann quasi gedanklich und auch gefühlsmäßig oft noch in der Vergangenheit und reden immer wieder auch mit sich selber von dieser Vergangenheit. Und so ging es mir auch lange Zeit. Und die Frage, die ich mir auch immer gestellt habe, ist, warum ist es denn so? Oder was kann ich denn machen, um eben nicht dauerhaft mit meiner Vergangenheit beschäftigt zu sein? Da mich diese ganzen Gedanken an die Vergangenheit eben auch gehemmt haben. Und sozusagen habe ich in der Vergangenheit festgehangen. Und da habe ich mich auch gefragt, was ist denn das, was mir so im Kopf da rumschwirrt? Also wieso um alles in der Welt wühle ich gedanklich immer und immer wieder in der Vergangenheit, obwohl ich genau weiß, dass mir das nicht gut tut? Und wenn wir uns das mal genauer anschauen, warum wir da so grübeln oder vielleicht auch ins Overthinking gehen, du erinnerst dich, die letzte Episode, da merken wir, merkst du vielleicht auch, dass es wiederkerne Gedanken sind und die oft um das gleiche Thema kreisen. Also sowas wie, wie schön wäre es gewesen, wenn. Also sprich, ich will mal ein Beispiel verdeutlichen. Also ein Beispiel, wie du dir vorstellen kannst, was ich konkret damit meine. Sozusagen, dass du dich ständig mit Vergangenen beschäftigst. Das kann bedeuten, dass du dir selbst die Schuld für etwas gibst. Also sozusagen, wie wunderbar könnte mein Leben jetzt aussehen, wenn ich mich damals getraut habe, getraut hätte. Also sprich, diese kreisenden Fragen. Zum Beispiel als Beispiel, wie wunderbar könnte mein Leben jetzt aussehen, wenn ich damals meinen Job gekündigt hätte. Oder in welcher glücklichen und erfüllten Beziehung würde ich jetzt sein, wenn ich den Mut gehabt hätte, einen Schlussstrich zu ziehen und mich von meinem damaligen Freund oder Freundin zu trennen. Oder du trauerst Entscheidungen hinterher und bereust zum Beispiel, dass du eine Beziehung beendet hast und wünschst dir vielleicht den Partner zurück. Also sprich, wie schön wäre es gewesen, wenn ich damals diesen Gast getan oder nicht getan hätte. Anderes Beispiel, warum wir in der Vergangenheit festhängen, ist alles nur wegen, vielleicht gibst du dir gar nicht selbst die Schuld, sondern anderen Personen. Deswegen alles nur wegen. Sprich, wir geben oftmals anderen Menschen auch die Schuld an unserem Dasein. Keine Ahnung, ich habe zum Beispiel vor langer Zeit eine Knie-OP gehabt, weil ich übermäßig Sport gemacht habe. Da war ich auch oft im Gedanken, hätte ich damals nicht so viel Sport gemacht, hätte ich jetzt keine größeren Probleme mit meinem Knie. Die habe ich übrigens immer noch. Oder du gibst deinem Freund oder Freundin die Schuld, der sich von dir getrennt hat, dass du dich schlecht fühlst. Oder dass du deswegen in den letzten Jahren, keine Ahnung, nicht so wirklich dich entwickelt hast. Oder dafür, dass du dich in den letzten Jahren wegen dieser Trennung auch beruflich zurückgenommen hattest und dich nicht so sehr auf deine Karriere konzentrieren konntest. Oder vielleicht gibst du auch deinen Eltern noch immer die Schuld für das, was du aus deinem Leben gemacht hast. Auch das kommt oft vor von wegen der Klassiker. Ja, meine Kindheit war nicht so einfach. So war es auf die Art, wenn ich andere Eltern gehabt hätte, was wäre dann alles möglich gewesen? Oder aber den guten alten Chef, den choleriger oder den miesepetrigen Chef, den machst du dafür verantwortlich, dass du beruflich in der Sackgasse steckst. Und dann malst du dir aus, dass du in einer ganz anderen Abteilung und Position wärst, hättest du einen Chef, der dich unterstützt und aufmuntert. Also sprich, alles nur wegen. Und du hast es vielleicht auch gemerkt an den Beispielen, die ich genannt habe. Also es wäre schön gewesen, wenn, wenn du diesem das getan hättest oder nicht. Oder alles nur wegen, wenn dein Chef toller wäre, wenn dein Ex-Freund besser wäre und so weiter. Diese Beispiele sind ganz klar, dass der Schuldaspekt eine ganz wesentliche Rolle spielt, warum wir in der Vergangenheit festhängen. Und letztendlich schadest du ja damit selbst am meisten, wenn du an diesen Schuldzuweisungen festhältst. Also egal, ob du vorrangig dir selbst oder anderen die Schuld gibst, es hält dich so oder so gefangen und nimmt dir sozusagen die Möglichkeit, jetzt in der Gegenwart sozusagen konstruktiv damit umzugehen. Und da gibt es auch einen schönen Satz von, ich glaube, das war Louise L. Hay, das ging, warte mal, wie war das? Die sicherste Art, ein Problem zu behalten, ist die Schuldzuweisung. Deshalb finde ich es ganz wichtig im ersten Schritt, fühl dir mal vor Augen, was gelaufen ist, das ist gelaufen. Vorbei ist vorbei. Du wirst heute in der Gegenwart nichts mehr an der Tatsache ändern können. Also wenn du das verinnerlichst sozusagen, dass es ist gelaufen, ja, damals, es ist wirklich gelaufen. Du kannst es nicht mehr ändern. Wenn du die Gedanken verinnerlichst, dann erkennst du, dass du sehr wohl beeinflussen kannst, wie du mit den abgeschlossenen Erfahrungen oder den Ereignissen umgehen möchtest. Dass du eben nicht in der Opferrolle verharren musst und zulässt, dass dich deine Vergangenheit an deinem glücklichen oder erfüllten Leben oder einer tollen Zukunft hindert. Ich persönlich sage mir dann oft, hätte ich den heutigen Verstand, hätte ich den damaligen Fehler nicht gemacht. Das trifft auf ganz viele Dinge in meinem Leben zu. Da geht es von Scheidungen bis hin zu trivialen Entscheidungen, die mein Leben dann doch geändert haben. Aber mit dem heutigen Verstand, natürlich würde ich da andere Entscheidungen treffen, aber darum geht es gar nicht. Das zeigt mir einfach, dass ich mich entwickelt habe. Mein heutiger Verstand ist ein ganz anderer als damals. Und deswegen, wir hängen sehr oft in der Vergangenheit fest. Ja, und für all das musst du es schaffen, sozusagen loszulassen, dich von den Schuldzuweisungen, dir selbst oder anderen gegenüber zu befreien. Das ist so das, was mir im ersten Schritt oft geholfen hat. Ein weiterer Schritt für mich war, ich habe meinen Blickwinkel verändert. Also sprich, die Vergangenheit können wir zwar nicht rückgängig machen und wir können auch nicht verhindern, dass uns nochmal jemand Schmerzen oder irgendwas tiefe Schmerzen zufügt, gegen was oder irgendjemand. Aber wir können Einfluss darauf nehmen, wie wir mit unserem negativen Erfahrungen umgehen. Denn, auch das habe ich, glaube ich, schon öfter gesagt, Veränderungen, und das weißt du auch, Veränderungen sind etwas völlig Normales. Ohne Veränderungen gäbe es uns gar nicht. Wir dürfen auch zurückblicken, das ist völlig in Ordnung. Doch wie gehen wir eigentlich damit um? Also, wenn du dir ein altes Foto von dir zum Beispiel anschaust, welche Gedanken hast du da? Findest du es schade, dass sich alles oder vieles verändert hat? Oder akzeptierst du die Veränderung? Das ist so das erste Beispiel, wo ich dir mal ein bisschen den Greifer machen will, was ich damit meine mit ändern deinem Blickwinkel. Wenn du das machst mit dem Foto als Beispiel, mir hat es zum Beispiel geholfen, alte Fotos anzuschauen und auch meine Blickwinkel darauf zu ändern, wie ich mich eigentlich selbst sehe. Wenn du zum Beispiel über Veränderungen nachdenkst oder über Veränderungen sprichst, dann frag dich doch mal, was du seit dem Ereignis alles gelernt hast. Wie bist du gewachsen? Weil du bist gewachsen, definitiv. Oder was ist seitdem alles passiert? Und ich meine damit nicht nur die guten Sachen, sondern ebenso die schlechten. Denn all die Dinge, die sich seitdem in deinem Leben verändert haben, haben dich heute zu dem gemacht, der du bist. Und darauf können wir auch mal stolz sein. Dafür sollten wir auch stolz sein, denn du bist genau das Resultat dessen. Und auch wenn das so ein abgetroschener und vielleicht so ein bisschen spiritueller Satz ist oder Spruch, dass alles, was passiert ist seit dem Ereignis, den Ereignissen, was auch immer es für dich da gerade ist, das ist alles für dich passiert. Selbst die Dinge, die dich verletzt haben, sind für dich passiert. Denn ich sehe es manchmal so, dass es im Leben ... Ja, dass es eben ... Manchmal gewinnen wir und manchmal lernen wir was aus den Situationen. Und ich finde, es passt auch sehr gut auf einen simplen Tag. Ganz oft laufen Dinge gut und wir sagen, ah super, ich habe den Bus bekommen. Und manchmal verpassen wir den Bus oder die Bahn. Und jetzt könnte man sagen, okay, was habe ich denn daraus gelernt dann? Du lernst vielleicht nichts dazu, wenn du jetzt die Bahn verpasst. Aber keine Ahnung, vielleicht wärst du in die Bahn gestiegen und ... Keine Ahnung, hättest du da irgendeine blöde Begegnung gehabt, die dir dann deinen Tag versaut hätten. Oder manchmal passieren ja auch Dinge, negative Dinge, wo wir erst wesentlich später merken. Dass wir daraus eine richtig gute Erfahrung oder was richtig Gutes gelernt haben. Und ich finde, das sollten wir auch schätzen. Wir müssen halt auch hier anfangen, diese Veränderung zu akzeptieren. Und das ist gut so, dass diese Veränderungen auch stattfinden. Denn es gibt Menschen, die vielleicht gar nicht mal die Chance haben, ein altes Foto anzuschauen. Oder über sich irgendeine Veränderung aufzuregen, weil die vielleicht nicht mehr unter uns sind. Und die würden sich wünschen, unser Leben zu haben und zu sehen, was für Veränderungen noch stattgefunden haben. Damit meine ich, der Blickwinkel ist einfach entscheidend. Auch gut ist, versetze ich mal in den anderen oder die andere Person. Wenn ich zum Beispiel jemanden verletzt habe, dann hat er vermutlich einen Grund dazu gehabt. Damit will ich nicht sagen, dass du der Grund bist, dass dich jemand verletzt. Aber der Grund ist vielleicht für dich nicht immer direkt ersichtlich oder verständlich, warum jemand Dinge getan hat oder tut. Doch mit zeitlichem Abstand kannst du auch die andere Perspektive betrachten. Das funktioniert, wenn du dir die Mühe machst und dich in die andere Person hineinversetzt. Warum hat sie dich verletzt? War es absichtlich oder geschah es sogar ohne böse Absicht? Je besser du den anderen verstehst, desto leichter fällt es dir, ihm zu vergeben. So funktioniert es bei mir zumindest. Und auch das ist eine Herausforderung, Vergangenheit loslassen. Nicht nur, dass du deinen Blickwinkel änderst, sondern dass du auch dir die Mühe machst, im Rahmen dieses Ändern des Blickwinkels, dich in eine andere Person hineinzuversetzen. Die einen sagen, wenn sie sich ein Foto anschauen, vielleicht habe ich jetzt ein paar Kilo mehr als damals. Was heißt das? Vielleicht hast du viele schöne Feste mit deiner Familie gefeiert. Oder vielleicht hast du jetzt ein paar mehr Falten als damals. Du bist ja älter geworden, wir verändern uns ja. Was könnte das heißen? Es ist doch was Schönes, wenn man Falten bekommt, weil es zeigt, ich habe die Chance zu altern. Ich bin noch hier. Du hast viel gelacht, Falten entstehen ja auch durch Lachen. Du hast viel Freude gehabt. Also ändere mal deinen Blickwinkel in so Situationen oder auch grundsätzlich. Und schau mal, was es so noch für Blickwinkel gibt, wie du Dinge betrachten kannst. Und auch andere Personen. Jetzt kommt die obligatorische Situation, dass ich was trinke. Das gute Wasser. Leitungswasser, wohlgemerkt. Was hat mir noch geholfen? Abgesehen davon, dass ich eben auch meinen Blickwinkel verändert habe und mir klar gemacht habe, was so alles in meinem Kopf rumschwirrt, wenn ich in der Vergangenheit festhänge, hat mir auch noch geholfen, dass ich, und das war für mich der wichtigste Punkt, ich habe Frieden geschlossen mit meiner Vergangenheit. Denn ich habe es euch schon gesagt, Veränderungen sind ja nichts Schlimmes, finden ständig statt. Aber in dem Moment, in dem wir bereit sind, auch diese Veränderung zu akzeptieren und den besagten Blickwinkel zu verändern, in dem Moment schließen wir auch Frieden mit der Vergangenheit. Das hat lang bei mir gedauert. Denn die Vergangenheit ist da, um daran zu wachsen und nicht, um darin zu leben. Das sagt sehr viel aus, der Satz. Die Vergangenheit ist da, um daran zu wachsen und nicht, um darin zu leben. Viele Dinge, die für dich vielleicht heute selbstverständlich sind, sind ja nur durch Veränderungen ein Teil von dir geworden. Also such nicht das, was dich verändert hat, sondern such das, was da ist, hier, was jetzt gerade da ist. Und das ist aus Veränderungen resultiert. Vielleicht haben dich viele Dinge verändert, denke ich zum Beispiel. Aber viele Dinge, zum Beispiel in meinem Fall, mich haben viele Dinge verändert in meiner Vergangenheit, negative Dinge. Aber die haben mich auch wesentlich empathischer gemacht. Ich habe erst herausgefunden durch viele nicht so tolle Situationen, dass ich eben auch empathisch bin, dass das was Schönes, was Gutes ist, dass ich auch gut zuhören kann. Manche Erfahrungen haben dich vielleicht auch so geprägt, dass dein Herz größer geworden ist, dass du einfach viel offener bist, dass du viel mehr Liebe empfindest. Das ist bei mir das Beispiel durch meine Kinder. Ich habe zwei Kinder, zwei Jungs, und seitdem habe ich das Gefühl, dass mein Herz extrem weich ist, also sehr schnell angreifbar ist, aber auch, es ist riesig. Und das ist das Schöne, das blende ich auch nicht aus. Das ist was Tolles, das ist ein Resultat von einer Veränderung. Außen erst mal, aber das hat auch in mir so viel verändert. Mein Herz ist extrem groß geworden, was natürlich auch mich angreifbar macht, weil man mich auch schnell verletzen kann, wenn ich es an mich ranlasse. Aber das ist ein anderes Thema. Deswegen, diese vergangenen Dinge, auch wenn sie erst mal vielleicht negativ waren, die helfen auch. Und deswegen vergib dir auch selbst, auch wenn du vielleicht irgendwelche Dinge gemacht hast, wo du heute noch sagst, oh Gott, das kann ich mir niemals verzeihen. Warum nicht? Nur wenn du dir selbst und auch anderen vergibst, wirst du frei sein. Das ist wahr. Und wenn dir auffällt, dass du in alte oder vergangenheitsbezogene Denkmuster verfällst, dann sag auch ganz bewusst Stopp. Der Gedanke hilft mir nicht weiter. Das ist ein Punkt aus der letzten Folge beim Overthinking. Frag dich einfach bei solchen Gedanken an die Vergangenheit. Sag Stopp und frag dich wirklich mal, hilft der Gedanke mir gerade weiter? Und ganz ehrlich, oft ist es nicht so. Auch in dem Rahmen Schließe verrieben mit deiner Vergangenheit hilft die Dankbarkeit. Ist ein super einfaches Thema, finde ich, um in die Achtsamkeit zu kommen, ins Hier und Jetzt. Und auch ein ganz anderes Wohlbefindenheitsniveau. Ist das ein Wort? Wohlbefindenheitsniveau? Wir deklarieren es mal als Wort, also ich. Ihr wisst, wenn es kein Wort ist, könnt ihr gern mir eine Mail schicken oder in die Kommentare schreiben, dass ich vielleicht mal einen Deutschkurs belegen sollte. Dankbarkeit katapultiert dich definitiv auf ein anderes Niveau. Und wenn du dir die Frage stellst und beantwortest, wofür du ganz persönlich dankbar bist, für welche Personen in deinem Leben, für welche Erinnerungen, für welche Erfahrungen, für welche großen Kleinigkeiten, für welche Selbstverständlichkeiten, wenn du darauf Antworten findest, dann kannst du gar nicht mehr nicht glücklich und erfüllt sein. Und das hilft auch sehr, dich wieder ins Hier und Jetzt zu holen. Ein weiterer Ansatzpunkt wäre auch die Frage nach dem Sinn, sozusagen. Nach dem Sinn für ein glückliches und erfülltes Leben. Also sprich, wenn du das, was du tust, zum Beispiel, als sinnhaft ansiehst, das gibt dir unheimlichen Schub, energiemäßig, aber auch wohlbefindendstechnisch. Und das kann auch Selbstaktivierungskräfte oder Selbstheilungskräfte. Also du kannst damit auch Dinge loslassen und dich von deiner Vergangenheit befreien. Wie du das machst, kann ich dir auch erklären, natürlich. Also nur anhand meines Beispiels, natürlich. Vielleicht hilft es aber auch dir, wenn du den Sinn in etwas siehst, also grundsätzlich, den Sinn in etwas zu sehen, ist ja nicht abhängig davon, wie dein Erlebnis im Außen oder im Innen ist. Dein Erlebnis oder der Sinn ist nicht an bestimmte Inhalte oder Tätigkeiten geknüpft. Also was ich damit sagen will, ich weiß nicht, ob ihr mir gerade noch folgen könnt, faktisch gesehen, erst mal nüchtern betrachtet, gibt es nichts, was per se sinnlos oder voller Sinn ist. Du selbst, ich, wir alle sind es, die dieses Gefühl von Sinn oder nicht Sinn jederzeit aktiv heraufbeschwören können. Und ich bin der festen Überzeugung, dass in jeder Erfahrung, in jedem Gedanken, insbesondere wenn er wiederkehrend ist, enormes Wachstum und Weiterentwicklungspotenzial steckt. Ist vielleicht gerade schwer zu sehen für euch oder für dich selber und auch schwer zu entdecken, aber frag dich deshalb gerne mal bei Erfahrungen, die du dir nicht ausgesucht hast, die objektiv, furchtbar oder extrem sinnlos waren, welchen Sinn möchte ich dieser Erfahrung geben? Also welchen Sinn möchte ich dieser Erfahrung geben? Was kann ich daraus lernen, über mich, über andere oder über das Leben? Welche meiner Fähigkeiten, meiner Stärken oder Talente durften zum Beispiel durch diese Erfahrung wachsen? Beispiel meine Kinder, ich habe es ja gesagt, Empathie ist gewachsen, mein Herz ist größer geworden, oder auch durch negative Dinge bin ich gewachsen. Zum Beispiel durch den Tod meines Vaters. Der hat mich enorm wachsen lassen in Form von wie Familienbewusstsein, wie stark ich sein kann oder dass ich Trauer zulassen kann, dass ich Emotionen fühlen und auch zeigen darf. Habe ich nicht direkt gemerkt, aber später wurde mir das schon bewusst. Und manchmal ist es eben die Erkenntnis, dass du dir auch selbst mitgefühlt und Liebe entgegenbringen solltest. Auch anerkennen, dass du was Schwieriges durchgestanden hast oder was Schwieriges erlitten hast. Manchmal ist es auch Mut, den du dadurch gewonnen hast, denn den Mut, den du durchgeführt hast, den Mut, für dich selbst einzustehen zum Beispiel, oder auch, und das ist auch oftmals eine gute Sache, um mit der Vergangenheit abzuschließen, aber auch festzustellen, dass es gar nicht so schlimm ist, zum Beispiel Schwäche zu zeigen, über deinen Schatten zu springen und zum Beispiel anderen um Hilfe zu bitten. Zu guter Letzt hilft es auch noch, das haben wir ja schon gesagt, oder ich habe gesagt, nicht wir, Thema Veränderung, Vergangenheit, dass wir da oft festhängen, warum wir festhängen, sprich die Themen, es wäre aber schön gewesen, wenn diesen das passiert wäre oder diesen das nicht, also sprich der Schulterspekt. Wir haben gesagt, wir sollten unseren Blickwinkel ändern, also sprich, wir können aus der Vergangenheit, wie soll ich sagen, auch draufschauen, und sagen, hey, wenn ich das in dem und dem Blickwinkel sehe, kann auch was Gutes dabei sein, wird es auch, wenn ich es mir genau anschaue. Und natürlich der dritte Punkt, den ich gerade eben gesagt habe, stieße Frieden mit deiner Vergangenheit, und wenn das gemacht ist, dann geht es auch darum, deine Zufriedenheit hier und jetzt zu stärken. Da habe ich auch wieder einen sehr cleveren Satz von mir, das ist nicht von mir selbst, ich weiß gar nicht, wo ich den gehört habe oder gelesen habe, und zwar, das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden. Das hilft mir immer sehr, sehr gut, wenn ich eine Situation habe, die mich gerade richtig, wie soll ich sagen, die mir gerade so ein bisschen den Boden unter den Füßen wegzieht, dann denke ich mir, okay, okay, ja, das bin ich gerade vorwärts, also ich lebe ja gerade, jetzt ist etwas Krasses passiert, und manchmal verstehe ich es erst im Rückblick dann. Deswegen, das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden. Aber um deine Zufriedenheit im Hier und Jetzt auch zu steigern, reicht es ja halt nicht aus, dass du den Frieden, zumindest den Frieden mit deiner Vergangenheit schließt, sondern, dass du eben auch der Gegenwart mehr Zeit und Raum einräumst. Reflektieren, schau auch mal, wo du stehst, egal welchen Bereich, privat, beruflich, und dich auch fragst, was du jetzt, zum Beispiel, jetzt, heute, morgen, anders machen kannst, wenn du unzufrieden bist. Also im Kleinen geht es darum, die Zeit, dir aktiv Zeit zu nehmen, für das, was das Leben dir jeden Tag aufs Neue bereithält. Und das ist das, was mir sehr, sehr wichtig ist, für das, was das Leben dir jeden Tag aufs Neue bereithält. Denn es lässt oder hält eine Menge für uns bereit. Positiv und negativ. Und ihr auch dir, zum Beispiel, bewusst Raum für Freude oder für Genussmomente schaffst, was tut dir gut. Oder auch deinen Blick positiv nach vorne richtest. Mach dir Pläne, was du im Leben erreichen willst, zum Beispiel. Mir hilft auch immer, was ist dein Warum? Also, was ist mein Warum? Dann kann ich auch viel erreichen. Dann motiviert mich dieses Warum. Aber du wirst auch nicht verhindern können, dass du immer wieder mal deine Vergangenheit abschweifst. Und so ist es auch mit der Zukunft. Wir Menschen, ich habe es ja schon am Anfang gesagt, sind echt gut darin, entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft zu sein. Deswegen ist die Achtsamkeit, um die es eben auch im Großteil geht, ja, das sind interessante, finde ich, ein ganz interessantes Thema. Die Vergangenheit überwinden. Das heißt ja nicht, dass alles schlecht ist in der Vergangenheit, beziehungsweise, dass wir sie überwinden müssen. Aber ich glaube, jeder hat so seine Punkte, wo er öfter und vielleicht auch, ich hoffe, nicht zu oft, wieder zurückgeht und sagt, ah, die Situation damals. Aber mach dir mal die Mühe und schau mal, was dir so im Kopf herumschwirrt. Dann stieß Frieden mit der Vergangenheit, mit all den Dingen, die passiert sind, auch mit den Entscheidungen, die du getroffen hast. Und zu guter Letzt eben schau, dass du jetzt im Hier und Jetzt zufrieden bist und stärkt bist. Der gute alte Buddha hat mal gesagt, je mehr Energie du in deine Vergangenheit fließen lässt, umso größer lässt du sie werden. Und das willst du bestimmt nicht. Du willst nicht weiterhin Energie und Emotionen fließen lassen. Du brauchst sie ja jetzt in der Gegenwart. Und was passiert ist, ist passiert. Aber lass das nicht zu deiner Gegenwart werden. Das hoffe ich, dass du das auch so siehst. Und wenn wir das einmal verstanden haben, dann können wir unser Leben ganz anders gestalten. So war es zumindest bei mir. Das Leben lebt dann uns nicht mehr, sondern wir leben unser Leben. Und allein dieses Bewusstsein, das hilft enorm. Und wenn die negativen Gedanken und Gefühle die Macht haben, uns runterzuziehen, was die ja auch praktisch haben, dann haben gute Gedanken und Gefühle auch die Macht, uns nach vorne zu bringen. Da bin ich fest davon überzeugt. Und vielleicht ist es auch für dich so, wenn du es kaum greifen kannst gerade, wie du das alles machen sollst, dann hast du die Zeit, in diese Blockaden sozusagen reinzugehen. Mitten rein und dann durch. Und ich glaube, dann wirst du es auch so sehen, dass das Leben vorwärts gelebt und rückwärts verstanden wird. Und mit diesem wunderbaren Satz sind wir am Ende der heutigen Folge. Wir sind jetzt schon bei elf Folgen. Das heißt, lass mich rechnen, das sind schon zweieinhalb Monate und wenn ich in die Vergangenheit zurückgehe, habe ich nicht gedacht, dass ich elf Folgen mit so viel Spaß und so vielen für mich positiven Erinnerungen bisher durchziehe. Aber ich habe ein starkes Warum. Und in dem Fall hilft mir es dann doch schon, in die Vergangenheit zu gehen und zu sagen, ja, das war gut. Allerdings, wie ich auch schon gesagt habe, ich werde nicht in der Vergangenheit festhängen. Die Vergangenheit zeigt mir dann, wenn ich daran denke, wie weit ich dann doch schon gekommen bin. Und ich hoffe, dir geht es genauso. So, jetzt aber genug. Ich wünsche euch, wenn ihr es am Sonntag hört, natürlich einen schönen Restsonntag. Ich wünsche euch eine super Woche. Wir hoffen mal, dass das Wetter ein bisschen besser wird. Zumindest hier bei uns in Deutschland im Süden. Ich weiß nicht, oder im Südwesten. Schreibt Kommentare, schreibt E-Mails, was auch immer, wenn ihr irgendwelche Wünsche oder irgendwelche Tipps auch für mich habt. Wie gesagt, ich lerne auch gern von euch was. Und ansonsten hören wir uns hoffentlich nächste Woche. Und bis dahin wünsche ich euch eine schöne Zeit. Lasst euch gut gehen und bis dann. Bye, bye. Untertitel im Auftrag des ZDF für funk, 2017 Untertitel im Auftrag des ZDF für funk, 2017

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